Vereinsreise, Innerschweiz, 29./30. August 2009
Grosse Augen, erstaunte Gesichter und fragende Blicke auf dem Sporthallen-parkplatz, als ein mit Blumen geschmückter (Hochzeits-) Car vorfuhr. Auch am Heck war der „Hochzeits-Car“ klar als solcher zu erkennen. Einigen fiel nun gleich wieder ein, wir waren ja kürzlich gleich zweimal an Hochzeiten Spalierstehen, das kann nur damit zusammenhängen. Schliesslich machte uns Hochzeitsreiseleiterin Sabine mit Anstecknämeli endgültig zu einer Hochzeitsgesellschaft.
So startete der Car mit der gutgelaunten Turnerschar in Richtung Innerschweiz. Über die Autobahn via Rothrist und Sursee gelangten wir an unser erstes Etappenziel, Nottwil am Sempachersee. Hier befindet sich die grosse Spezialklinik und Therapiezentrum der Schweizer-Paraplegiker-Stiftung, die wir unter kundiger Führung besichtigen durften. Das war echt beeindruckend welche Professionalität und Technik hier den Betroffenen geboten werden kann. Ebenso beeindruckend war es, den Rollstuhlfahrerinnen und Rollstuhlfahrer bei ihrem ausgelassenen Basketballspiel zuzuschauen. Mit einer kleinen Sammelaktion konnten wir Ihnen auch noch einen bescheidenen Spendenbeitrag überreichen.
Nachdem hier sicher einige gedanklich kurz in sich gegangen sind, versicherte uns Sabine, dass jetzt endgültig der gemütliche Teil der Reise beginne. So holte jeder sein Rucksäckli mit dem Mittagessen aus dem Car, das wir nach kurzem Fussmarsch in einem kleinen Strandbad am Sempachersee einnehmen konnten. So gemütlich und hübsch es hier auch war, das eher kühle Wetter vermochte nur einige hartgesottene zu einem Bad im See zu bewegen. Andere schauten Ändu, Dave und Lüku nur zu, und liessen es da bei einem Jass schon gemütlicher angehen.
Nun konnte die Reise frisch gestärkt weiter gehen. Der Car führt uns nach Altishofen auf ein Weingut. Das Einzige im Kanton Luzern das ausschliesslich vom Weinbau und der Kellerei leben kann. Nebst dem Anbau und Verarbeitung von eigenen Trauben zu Wein, werden auch Trauben verschiedener Kunden verarbeitet, was ihrem Familienbetrieb das Überleben sichert. So die Ausführungen der „Chefin“. Nachdem wir einen Teil des Rebberges besichtigten und viel interessantes über Reben, Trauben und Wein erfahren haben, durften selbstverständlich auch einige der edlen Tropfen probiert –Entschuldigung- degustiert werden. Auch dazu verriet uns die Gastgeberin einige kleine „Geheimnisse“.
In bester Laune und Stimmung (kein Wunder nach diesem guten Wein) führte uns die Reise nun durchs schöne Entlebuch. Unterwegs gaben Kusi und Rolf unerwartet zwei selbstgedichtete Lieder zum besten. Sie besangen die Brautpaare und kamen ausgezeichnet beim Publikum an. Nur mit der Zugabe happerte es ein bisschen. Als das Tal immer enger wurde, kamen wir schliesslich an unserem Zielort Sörenberg an. Nach Bezug der Unterkunft, es war kein Fünfsternehotel, gab es eine kurze Pause zum „frisch machen“.
Mit einem kurzen Aufstieg erreichten wir zu fuss ein kleines ausgebautes "Alphüttli“ wo uns zum Abendessen gute, urchige Älpermagronen serviert wurden. Später wurde per Los kleine Teams zusammengestellt. Jedes Team erhielt ein Blatt mit Fragen deren Antworten irgendwo im und ums Dorf Sörenberg zu finden waren. Diese mussten natürlich so rasch und präzise wie möglich beantwortet werden. Treffpunkt nach gelöstem Fragebogen war die Bar im Tippi-Zelt. Hier liessen wir uns zum gemütlichen ausklingen des Abends nieder. Wir amüsierten uns prächtig und für einige war es eine lange Nacht.
Mehr oder weniger gut ausgeschlafen trafen wir uns alle zu einem üppigen Morgenessen wieder. Nachdem endlich auch die Vielfrasse mit dem Frühstück fertig waren und die Unterkunft geräumt war hat sich der TV für einmal aufgeteilt. Die eine Gruppe, die sich für Wandern und Geselligkeit entschieden hat, wanderte gemütlich auf die Rossweid. Die andere Gruppe machte sich zu Action in luftigen Höhen im Seilpark auf. Mit dabei waren auch zwei junge, mutige Damen, Bravo! Und auch ein paar ältere Herren die noch Mumm in den Knochen haben. Gut gesichert unter Fachkundiger Führung mussten wir zuerst auf ein Podest klettern, welches die Basis des Seilparks bildet. Von hier aus können verschiedene „Übungen“ begangen werden. Einige erfuhren hier oben schon recht bald ihre Grenzen. Andere kamen, wenn auch zum Teil mit etwas Mühe, durch den ganzen Parcours und wieder andere turnten locker in der luftigen Höhe herum. Den Höhepunkt bildete eine Schaukel, an der man 10m in die Höhe gezogen wurde, sich ausklinkte und dann ausbaumelte.
Um den Adrenalinspiegel wieder auf Normalzustand zu bringen, fuhren wir anschliessend gemütlich mit der Gondel auf die Rossweid zum Mittagessen. Wer nun noch einmal Lust auf einen kleinen „Kick“ hatte mietete hier oben ein Trottinett für eine rasante Bergabfahrt.
Im Erlebnisrestaurant „Go-In“ wurde der Verein dann wieder vereint, um sich erneut in kleine Gruppen von 4 Personen aufzuteilen. In diesen Gruppen absolvierten wir unter der Leitung des Event- und Erlebnisrestaurants ein Überraschungs-Plauschturnier mit Disziplinen wie Bogenschiessen, Blasrohr- und Armbrustschiessen, einem Nagelspiel sowie einem Labyrinth-Spiel. Die beste Gruppe erhielt als Preis ein Schützenabzeichen.
Nun ging ein lustiger und geselliger Nachmittag zu ende. Wir nahmen Abschied von den aufgestellten Animateuren und begaben uns zum Car. Gut hatten wir unser Gepäck bereits am Morgen verladen, so konnten wir einfach einsteigen uns zurücklehnen. Das hatten einige wohl auch nötig, denn schon nach kurzer Zeit wurde es bedeutend ruhiger als am Samstag auf der Hinfahrt. Der Heimweg führte uns durchs Emmental, über Langnau, Worb und Bern zurück in unser Aarestädtchen. Ich möchte den Reiseleiterinnen Sabine und Denise und allen anderen die einen Beitrag für das gute Gelingen dieser gut organisierten Reise beigetragen haben ganz herzlich danken. Wir werden dieses erlebnisreiche und schöne Wochenende sicher noch lange in Erinnerung halten. Es hat riesen Spass gemacht.
Urs und Lukas Kummer